Falsterfebruartage 2019

Falsterhus, bei der Ankunft

Falsterhus, bei der Ankunft

Mein erster Aufenthalt vor 2 Jahren erbrachte mir die Erfahrung, mein Falsterhus auch zur winterlichen Zeit zu besuchen, wenn das Haus leer steht und in der Umgebung die größte Stille herrscht.

Auch dieses Jahr schob ich den Besuch um eine Woche in die Mitte des Februars, wodurch meine Erwartung auf wärmere Tage und längeren Sonnenschein nicht enttäuscht wurde. Ich hatte den Eindruck, es bliebe gegen 18 Uhr schon merklich länger hell, als noch 10 Tage zuvor. Der Schnee fiel diesmal aus, stattdessen erfüllte sich die Luft von lauem Wind, der in eigentümlich Kontrast zum Inneren des Hauses stand, das wohl seit Mitte Januar keine Besucher und damit keine Heizung hatte. Selbst nach mehrtägigem Heizen bleib der Unterschied zum Außenraum deutlich.

Über die Felder, Weg ins Dorf (Bregninge auf Falster)

Über die Felder, Weg ins Dorf

Die Anreise verlief nahezu beschwerdefrei, unterbrochen nur von dem kurzen, schmerzlichen Eindruck am Bahnhof Nyköbing, ich könnte den Pelzkragen meines Anoraks im Zug verloren haben. Dem war aber zum Glück nicht so. Kaum war ich angekommen, umfing mich die Stille auf dem Land in einer Weise, dass ich schon nach wenigen Minuten den restlichen Zeitverlauf vollkommen vergaß. Das ist jedesmal großartig an diesem Ort. Zu den angenehmen Dingen dort gehören dann der Ofen im Wohnzimmer, der vertraulich knistert und knackt, wenn ich bei Tee und Lesebuch in seiner Nähe sitze, sowie die Spaziergänge in der Umgebung, die mich bis an die leise Ostsee führten, an den Strand von Tunderup, wo absolut gar nichts los war.

Ostsee. Am Strand von Tunderup. Falster.

Ostsee. Am Strand von Tunderup.

Der Großformatfotografie hatte ich, der unsicheren Witterung wegen zu dieser Zeit noch keine Chance eingeräumt. Ich hatte stattdessen meine Hasselblad dabei, die unter diesen Umständen weniger Aus- und Zurüstung bedarf. Die Fotos (1 Film Farbe, 1 Film SW) werde ich wohl erst nächste Woche aus der Entwicklung bekommen.

==> Alle Bilder

Was ist Kunst?

Zu meiner Lektüre am Ofen gehörte der schmale Band Was ist Kunst? von Reinold Schmücker, der mich ob seines konzentrierten Inhalts schon eine Weile begleitet. In aller Kürze versucht Schmücker der Frage nachzugehen, die schon Claus Borgeest beschäftigte: Was können wir vom Wesen der Kunst verstehen, wenn wir aus der Erscheinung der einzelnen Kunstwerke keine Eigenschaften ablesen können, die zwingend auf Kunst hinwiesen? Schmücker untersucht diese Frage mit weitaus größerer Gründlichkeit, als Borgeest, wobei erstaunlich ist, dass die skeptische Behandlung des Themas schon im Amerika der 1950er Jahre stattfand. Ob eine erste Lösung des Problems in der Aufstellung eines neuen Kunstbegriffs besteht, als Mittel zwischen dem Existenzbegriff der Logik/Physik und dem Wertbegriff der Ethik, sehe ich aber selbst wiederum kritisch. Vorläufig.

Wie immer, empfand ich den Aufenthalt, so allein im großen Haus, wieder einmal viel zu kurz, wobei ich noch die Entsaftung einiger letzter Quitten, die jemand in der Garage hinterlassen hatte (und in den Bäumen hingen auch noch welche) buchstäblich mit hinein quetschte. Und am Sonntag stand ich schon wehmütig auf der Fähre, die mich übers Meer trug, der großen, lärmigen Stadt entgegen.

Verstreutes auf Twitter….

  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.