Auf den Spuren des Kurbetriebes in Bad Bramstedt

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Aus Bad Bramstedt

Wer in Bad Bramstedt südöstlich des Bahnhofs den Flurnamen folgend Zeugnisse des Kurbetriebes zu finden erwartet, wird weitgehend enttäuscht werden. Das Gebiet, das auf der Karte Rügerpark genannt wird und möglicherweise einmal mit dem alten Kurpark identisch war, ist mehr ein verwildertes Marsch- und Waldgebiet, durch das die Osterau fließt, denn ein gefälliger Park.

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Altes Kurhaus. Im Hintergrund Privathaus mit der Inschrift ‚Matthias Bad‘.

Entlang des Weges ‚Altes Kurhaus‘ liegen einige antikisierende Neubauten, deren Eigentümer der gehobeneren Einkommensklasse (den Autos nach) anzugehören scheinen. Trotz der offensichtlichen privaten Nutzung der Gebäude finden sich unterhalb der Giebel die Inschrift ‚Matthias Bad‘. Möglicherweise stehen sie an der Stelle der alten Badehäuser, die der Zimmermann Matthias Heesch nach Auffinden einer Salzquelle an der Osterau in den 1880er Jahren errichten liess. (Im Netz fand ich dazu eine Ansichtskarte, die ich leider nicht abbilden darf.)

Das weitere Parkgelände ist arg verwildert. Hier einige Eindrücke:

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Ehemaliger Kurpark

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Teich

Hier lag, einer Tafel zufolge, von 1937 bis 1975 das alte, stimmungvolle Waldbad, bevor es durch einen moderneren Neubau an anderer Stelle ersetzt wurde.

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Hinweis auf den Brunnenweg

Weiter stadtauswärts verläuft dann der Brunnenweg, der nach einiger Zeit den Gesundbrunnen erreicht.

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Am Gesundbrunnen

Das sieht auch nicht mehr so gut aus. Am eigentlichen Wasseraustritt steht ein Schild ‚Kein Trinkwasser‘. Dabei begann an genau dieser Stelle 1681 der Bad Bramstedter Kurbetrieb. Ein von einem Fieber befallener Knabe wurde nach Genuss des Quellwassers von seinem Leiden befreit.

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Am Gesundbrunnen. Kein Trinkwasser.

Einer heimatkundlichen Schrift zur Geschichte des Kulturbetriebs entnehme ich, dass die Heilquellen nach ihrer Entdeckung immer wieder in Vergessenheit gerieten und später neu aufgefunden werden mussten. Zu Beginn führte man Trinkkuren durch. Ich stelle mir vor, wie man mit der Kutsche ausfuhr und an besagter Stelle Gläser und Flaschen mit perlig-sauerem Wasser abfüllte. Für die schwache Brust, den fliehenden Magen.

Später, mit Zimmermann Heesch verlagerte man sich auf heilende Salzbäder. Dann, schon im 20. Jahrhundert, auf Moorbäder zur Linderung rheumatischer Beschwerden. In den 1970er Jahren wurde im Süden Bad Bramstedts grundsätzlich neu gebaut. An der Station ‚Kurhaus‘ entstanden eine psychosomatische Klinik und eine Rheumaheilstätte, die größte Europas, wie in der Denkschrift zu lesen ist.

Davon liest man ausfühlich an dieser Stelle:

Krane: Vom Gesundbrunnen zur Rheumaklinik – Geschichte des Bramstedter Kurbetriebes

  

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