Bauwoche Falster Herbst 2017

Falsterhus am Frühabend

Falsterhus am Frühabend

Nachdem ich im letzten Jahr wieder an mein geliebtes Falsterhus anschließen konnte, stand in diesen Tagen, zu Ende Oktober, die alljährliche Herbstbauwoche an. Dem Umstand geschuldet, dass vor 35 Jahren das Haus in seiner jetzigen Nutzung bezogen wurde und manche durch ihre Anwesenheit am Gedenken teilnehmen wollten, waren wir mehr als in den zurückliegenden Bauwochen.

Bei Kommen und Gehen nie unter 10 Personen. Ich mußte an meine Mutter denken, die sich gerne über ihre vielköpfige Familie beschwerte: „Es war immer laut. Alle schrieen durcheinander.“

Nicht anders ging es den Tag über im Haus zu. Ständig kam irgendjemand vorbei und mischte sich in ein laufendes Gespräch ein oder machte ein Ansage an alle, meistens noch in überhöhter Lautstärke. Hinzu kam noch eine generelle Desorganisation, die während der Tage keine Struktur aufkommen ließ.

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Wenngleich ich nicht ungern im Garten arbeite, hatte ich den Eindruck, der Garten nähme gegenüber der sonstigen Arbeit im Haus zuviel Raum ein. Gut, wir hatten am Sonntag (29.10.) morgens einen heftigen Sturm, der hinter der Garage einen schwachen Baum geknickt hatte, den wir dann fällen und zerkleinern mußten. Alles andere schien mir dagegen eher optional.

Meine Mißstimmung wurde noch dadurch erhöht, dass ja seit einiger Zeit schon bekannt ist, dass dem Haus/Projekt der Nachwuchs fehlt, der seine Instandhaltung sichern könnte, wenn die Alten einmal ausscheiden. Auf mein Betreiben hin hatten wir wenigstens am Sonntag morgen in größerer Runde darüber eine Aussprache, die aber zu keinem greifbaren Ergebnis führte. „Man muß einfach das Haus lieben“, beschied eine ältere Teilnehmerin. Wohl wahr. Das ist der Ankerpunkt, der die teils schwerfällige Organisation und das unbefriedigende Miteinander festhält. Leider geht jedes Jahr eine große Anzahl von Menschen durchs Haus, ohne, dass deren Liebe so groß würde, dass nur einige von ihnen zu den Bauwochen kämen. Es fehlt jede Idee, wie das zu ändern wäre. Anscheinend nicht mit dem derzeitigen Vereinsvorstand.

Doch ich will nicht nur klagen. Wie immer bedeutet mir der Aufenthalt im Haus und in der Umgebung eine freudige Zeit. Der erste Eindruck, den ich bei der Ankunft in der Diele habe, sind die vielfältigen Gerüche, die sich aus Kalk, Schmirgel, Holz und Bohnerwachs zusammensetzen. Als lebte in ihnen das alte Schulhaus fort.

Der Küche gebührte ebenfalls großes Lob. Wie im letzten Jahr hatten wir wieder ein Lamm vom Bio-Bauern aus dem Nachbardorf, das ganz vorzüglich schmeckte. Helge beglückte uns mit Königsberger Klopse, 53 an der Zahl, die meine Erinnerung an den seltsamen Speiseplan der HfbK-Mensa wieder aufleben ließ. Fisch-Bouletten kannte ich auch noch nicht.

Da nicht immer Arbeit anfiel, unternahm ich einige Spaziergänge; einmal ins Dorf, des Grøn-Biers wegen, und ein anderes Mal über die Felder rund um Halskov. Der stürmische Wind zerzauste die Wolken, so dass in kurzen Abständen milder Sonnenschein auf die frühherbstliche Landschaft fiel. Wie schon in Hamburg bemerkt, war auch hier in Dänemark der Herbst noch nicht recht fortgeschritten. Der Sommer war sehr nass gewesen, weswegen die Quittenernte dieses Jahr bescheiden ausfiel.

Abreise dann an einem sehr grauen, nieseligen Tag. Zum Glück begleitete mich Helge nach Hamburg zurück. Für das nächste Mal werde ich mir wohl genauer überlegen müssen, wie ich mein Engagement fürs Haus gestalten werde.

  

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