Tücken der analogen Fotografie #1

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Falsterhus Garten. Sehr flauer Scan.

Schon neulich, als mir mein Objektiv runterfiel, wurde mir deutlich, dass die analoge Fotografie, der ich mich in letzter Zeit widmete, größeren Aufwand bedeutet, wenn man gute Ergebnisse erzielen will.

Auf Falster war ich wieder mit meiner Hasselblad und Colornegativfilm (Portra 160) unterwegs. Nach meiner Rückkehr machte ich mich daran, die entstandenen Bilder zu scannen. Ein Bekannter meinte einmal: „Ein Negativ ist ein unendlich interpretierbarer Bildträger, während ein Positiv (Dia) einen einmalig festgestellten Zustand wiederspiegelt.“

Eingedenk dieser Auffassung begann ich mit der Ausgestaltung der Bilder. Die Belichtung des Films nahm ich auf Grundlage von 80 ASA (also die Häfte vor), dann nochmal eine Blende mehr als gemessen. Die Idee dazu findet sich hier.

Das entwickelte Negativ kam in meinen Scanner Canon 8800F, den ich schon lange Jahre besitze. Sicherlich nicht das beste Gerät, weswegen ich ihm wenigstens eine bessere Software gönnen wollte, Silverfast SE Plus. Die gilt gemeinhin als Referenz. (Was ich allerdings nicht wusste, – die Software ist nur auf ein bestimmtes Scannermodell lizensiert. Wenn man den Scanner wechselt, muss man neu kaufen. Sehr ärgerlich. Punktabzug.)

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Falsterhus Garten. Voll ausgearbeitet.

Als Neuling fiel es mir nicht leicht, auf Anhieb ein befriedigendes Resultat zu erzielen. Hier sieht man das Bild, das mir nach Bearbeitung in Photoshop am Besten gefällt.

Wahrscheinlich war das Motiv schon recht anspruchsvoll, der grüne Rasen im Vordergrund, sowie die Baumgruppe mit den schmalen Ästchen und dem zarten Blattgrün. Nicht einfach, das alles in eine Balance zu bekommen, worum ich hier noch eine Version in Schwarzweiß entwickelt habe, die kompakter wirkt.

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Falsterhus Garten. Schwarzweiß.

Angeregt, noch mehr über den Scanprozess zu erfahren, stieß ich die Tage, auf diese Seite, die dazu rät, so wenig Einstellungen wie möglich im Scanprogramm vorzunehmen, nur die Basics, und den Rest in Photoshop vorzunehmen. Dass der Roh-Scan dann enttäuschend flau aussehe, sei so gewünscht und erst später zu verbessern. Bei mir sah das dann so aus, wie bei dem Bild ganz oben auf der Seite. Ein bessere Bild konnte ich daraus bisher noch nicht erzeugen.

Und jetzt noch eine ganz andere Herangehensweise:

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Falsterhus Garten. Digital.

Dieses Bild ist auch mit der Hasselblad aufgenommen, allerdings statt mit Film mit einem speziellen Adapter fürs iPhone. Dadurch wird in etwa das Sucherbild der Kamera abfotografiert. Das ist natürlich kein megateures Digitalrückteil, eher eine Lomographie für die Hasselblad, aber vom atmosphärischen Gehalt durchaus annehmbar.

Tatsächlich sind, bei einiger Mühe, vielfältige Interpretationen eines Bildes möglich. Welches gefällt Euch am Besten?

  

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