Kunsthistorischer Frontalunterricht

Vortrag Kunstbuchhandlung Sautter Lackmann

Ordentlich aufgereiht zum Vortragsempfang

Während ich den Schrecken des gestrigen Ausflugs noch nicht ganz verdaut hatte, sann ich auf ein hoffentlich freudigeres Ereignis hin. Die allerliebste Kunstbuchhandlung in der Admiralitätstraße lud zu einem „philosophischen Spaziergang“ zum Thema Das Erinnern ein.

Spaziergänge im Kunstkontext sind mir ja immer ein liebes Thema. Allein, ich wurde schmerzlich enttäuscht.

An der Buchhandlung angekommen, wunderte ich mich schon, warum alle nach innen strebten. Der biestigen Kälte wegen, die über Nacht eingetroffen war, so meine Vermutung. Nein, es sollte ein Einführungsvortrag stattfinden. Den hoffte ich durch beflissenes Blättern in den Regalbänden überstehen zu können. Bis zum eigentlichen Spaziergang.

Unüberhörbar pastoral, ja geradezu salbungsvoll die Einleitung der Veranstaltungsleiterin. (Mir wurde klar, wir sind in der Karwoche. Das macht auch vor der Kunst nicht halt.) Schlimmer noch, das erste Referat zum Thema des Erinnerns. Eine einzige Aneinanderreihung von Floskeln und Phrasen, die ich noch nicht einmal erinnern wollte. Das war nicht so Artspeak, das war 100% Artspeak. Alles, einfach alles. AAAAAAAAAAARTSPEEEEEEEAK!!!!! Ich konnte es nicht fassen.

Den nachfolgenden zweiten Teil, der in der gerade einmal 3min entfernten Katholischen Akademie stattfinden sollte, wollte ich mir dann nicht mehr geben. Bin geflohen und Richtung Landungsbrücken gelaufen. Unterwegs noch überlegt, ob ich vielleicht an der dritten Station auf das formelle Ende, nach dem es vielleicht lockerer werden würde, warten wollte. Dann aber sagte ich mir, was könnte ich denn von Menschen erwarten, die diese Veranstaltung nicht ähnlich schmerzhaft wie ich empfunden hatten?

Lieber dann noch alleine auf den Stintfang gestiegen und Fotomotive gesucht.

  

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