Ein Jahr mit der Sony RX100iii

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Kleines Biest

Nach 6 Jahren mit der Panasonic Lumix LX3 kaufte ich mir Anfang 2016 die vielgelobte Sony RX100iii. Deren Bilanz fällt nach einem Jahr und gut 2.400 Aufnahmen durchwachsen aus.

Um gleich mal die positiven Seiten herauszustellen: bei guten Lichtbedingungen, die einen geringen Motivkontrast mit sich bringen, produziert die Kamera sehr gute Bilder. Mehr Auflösung, mehr Schärfe, mehr Kontrast als die LX3. Auch Bilder mit ISO3200 sind noch ansehnlich. Bei der LX3 war schon bei ISO400 Schluß. Was auch nicht verwunderlich ist, denn zwischen beiden Geräten liegen gut 5 Jahre.

Hohen Motivkontrast, also etwa dunkler Wald und heller Himmel, kann die Sony nicht so gut ab. Richtig unangenehm wird es bei Astwerk, das sich vor dem Himmel absetzt. Da sind entlang der Kontrastlinien sehr deutliche Farbsäume oder chromatische Aberrationen zu bemerken, besonders an den Bildrändern. Nachberarbeitung ist hier unvermeidlich.

Unschöne Farbsäume Sony RX100iii

Beispielbild: In den Ästen rechts oben im Bild sind deutliche rote und violette Farbsäume zu bemerken.

Ich bin überrascht, dass dieses Phänomen bei den sehr guten Noten, die die Kamera bei Tests bekommen hat, nie erwähnt wurde. Die LX3 kennt diesen Fehler gar nicht. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich grundsätzlich RAW fotografiere und später in Capture One ausarbeite. Die von der Sony erzeugten JPEG Files haben kaum Farbsäume, was wohl auf die interne Bildverarbeitung zurück geht.

Zudem ist die Kamera im Alltag in gewöhnlichen Situationen nicht immer zuverlässig. Sowohl Autofokus, wie auch Belichtung gehen hin und wieder daneben. Auch das kannte ich von der LX3 nicht. Und RAW durch spezielle Überbelichtung, Expose to the right, weiter auszureizen, gelingt auch nicht immer. Schon bei +2/3 Blende können unschöne Ergebnisse entstehen. Die LX3 war in dieser Hinsicht vollkommen unproblematisch.

Liebe ist es nicht

Echte Zuneigung, wie ich sie gegenüber meiner alten Kamera hegte, sieht anders aus. Momentan ist die Sony RX100iii eher ein Kompromiss für mich. Sie ist durchaus eine gute Immer-dabei-Kamera, verlangt aber für entsprechende Bilder ihre Aufmerksamkeit. Abhilfe aus dem Hause Sony scheint momentan nicht in Sicht. Bei den beiden Nachfolgemodellen, die schon auf dem Markt sind, die RX100iv und RX100v, scheint sich Sony aus mir unverständlichen Gründen vor allem auf die Erhöhung der Geschwindigkeit und Verbesserung der Videoaufnahme konzentriert zu haben, womit ich rein gar nichts anfangen kann.

Eine bessere Kamera auf die Schnelle zu finden, wird aus zweierlei Gründen schwierig werden. Zum einen braucht eine neue Kamera immer eine geraume Einarbeitungszeit, bis ihre Stärken und Schwächen erscheinen. Besonderns bei solchen kompakten Modellen, die immer einen Kompromiss zwischen Optik und Elektronik darstellen, woraus sich auch gleich der zweite Punkt ergibt. Der größte Feind dieser Kameraklasse sind zwischenzeitlich die Smartphones geworden, die die Schwächen der Optik durch immer bessere Software und Rechenleistung ausgleichen können. Ihre Ausbreitung nimmt den Herstellern zunehmend die Resourcen noch besondere Kompaktkameras zu entwickeln. Vielleicht sind sie in 5 Jahren verschwunden?

Es gibt jetzt schon Kameras ohne Fotografen, bald aber auch Fotografen ohne Kameras. Was dann?

  

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