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Hinab zum Kanal. Am Kaiser Friedrich Ufer

Seitdem ich aus dem Rheinland zurück bin, fällt es mir extrem schwer, meinen Tag zu strukturieren. Schon am Nachmittag frage ich mich, was ich noch tun könnte. Gestern bin ich gegen 16:00 mit dem Rad aufgebrochen und ließ mich über Diebsteich und Eimsbüttel in Richtung Uni treiben, wo ich mit Pascal verabredet war.

Und überhaupt, was mache ich hier in Hamburg?

Selbst, wenn ich zwischenzeitlich nicht noch den Glauben an die Kunst verloren hätte, müsste ich feststellen, dass alle Anknüpfungspunkte, mit denen ich in Hamburg gerechnet hatte, zu nichts geführt haben. Ich dachte anfangs, es gäbe hier eine substanzielle Szene handlungsorientierter Kunst, doch die hat sich seitdem als nicht greifbar erwiesen. Zwar gibt es einige nette Orte, wie das Hühnerhaus, – mit Kunst, wie ich sie mir vorstelle, haben sie aber wenig zu tun.

wie in der disko morgens um 5

Die Tage blätterte ich wieder im Blog der großartigen Katia Kelm, die vor 4 Jahren nach Berlin verzog und über Hamburgs Kunstszene resümierte:

die stimmung in hamburg ist wie in ner disko morgens um 5, wenn klar wird: man hat immer noch keinen zum ficken gefunden. man weiss dass es zeit wird zu gehen. und ein paar können sich immer noch nicht los eisen, weils draussen regnet und der nachtbus kommt nur alle stunde.

Ich will mir die Derbheit dieses Bildes nicht ganz zu eigen machen. Der Tendenz nach stimmt es aber. Gelegentlich denke ich daran meine Sichtweise auf die Kunst in Hamburg von vor 2 Jahren zu aktualisieren. Doch ich schrecke davor zurück, weil ich beinahe alles löschen müsste.

Vielleicht geht es der Katia in Berlin jetzt besser. Für mich glaube ich nicht daran. Orte werden zweitrangig, wenn mir die Überzeugung fehlt, in der gegenwärtigen Kunst könnte noch relevantes vorgetragen werden.

  

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