Warum fragen wir die Künstler nicht einfach?

Der Grund aller Kunsträtsel - Aus Claus Borgeest: Das Kunsturteil

Der Grund aller Kunsträtsel

Wem Kunstwerke rätselhaft und unerklärlich vorkommen, könnte doch die Künstler – so sie denn noch leben – einfach nach ihren Absichten befragen.

Dieser naheliegende Ansatz scheitert oft daran, dass Künstler sich regelmäßig unwillig oder gar unfähig zeigen, über ihr Werk Auskunft zu geben.

Eine prägnante Erklärung dieser Problematik fand ich heute – vollkommen überraschend – in einem alten DU Heft von 1980. Darin stieß ich auf den Aufsatz von Claus Borgeest: Das Kunsturteil. Der ist für sich genommen schon sehr lesenswert.

Zur Frage der Künstlerauskunft schreibt Borgeest:

Wenn also der Sinn oder der Zweck eines Werkes für den Rezipienten nicht offensichtlich ist, wäre nichts selbstverständlicher, als seinen Urheber danach zu befragen. Merkwürdigerweise wird von dieser Möglichkeit nur selten Gebrauch gemacht, und zunehmend haben Künstler sich auch darauf eingestellt, solche Fragen mit Berufung auf Goethes Wort „Bilde Künstler, rede nicht!“ unbeantwortet zurückzuweisen und sich selbst für die Verantwortung, Rechtfertigung, Begründung oder Erklärung ihrer Produktion nicht zuständig zu halten. Etwa so, wie in der Antike auch die Orakelsänger manches sagten, was sie selbst nicht verstanden, und was zu verstehen auch nicht von ihnen erwartet, sondern von andern freihändig ausgelegt wurde.

Es entsteht so der Eindruck, als sei die Tatsache der (wenn auch nur subjektiv gemeinten) Sinnhaftigkeit und Zweckhaftigkeit menschlichen Handelns für die Kunst ausser Kraft gesetzt und als könne ein Künstler unmöglich wissen, was er tut und warum er etwas tut.

Diese Auffassung erhielt Rückendeckung durch den von Hegel eingeführten […] Gedanken, dass der Künstler, – unabhängig von seinen Absichten oder Zielen – das Werkzeug überirdischen Geistes sei, das selbst ahnungslose Medium transzendentaler Mächte – und dass darin der Grund aller Kunsträtsel und Unerklärbarkeit liege. (Quelle: Borgeest 1980)

Der hier dargestellte Sachverhalt dürfte sich seit Erscheinen des Artikels noch verschlimmert haben, ist doch in den letzten 30 Jahren eine Riege von Kunstvermittlern entstanden, die um die korrekte Kunstauslegung wetteifern und Deutungshoheit für sich beanspruchen. Wer noch naiv glaubt, er könnte direkt die Künstler befragen, muss an den Exegeten vorbei. Für die Künstler ist das wenigstens bequem, gibt es ihnen das trügerische Gefühl, so wichtig zu sein, dass andere über sie reden müssen.

So naheliegend die Erklärung Borgeests sein mag, überspringt sie doch einen Schritt. Zwar konstatiert Borgeest, von der Möglichkeit [die Künstler zu befragen] würde „selten Gebrauch gemacht“, um dann sogleich auf die Künstler überzugehen, denen er aus nachvollziehbaren Gründen Unfähigkeit vorwirft.

Warum fragt er nicht zuerst nach der Verantwortung des Rezipienten?

Die Leistung des Rezipienten

Woran liegt also die Zögerlichkeit der Rezipienten, die Künstler nach ihren Motiven zu befragen?

Müßte Borgeest nicht dann zu einer den Künstlern analogen Einstellung kommen und sagen:

… dass der Rezipient, – unabhängig von seinen Absichten oder Zielen – das Werkzeug überidischen Geistes sei, das selbst ahnungslose Medium transzendentaler Mächte – und dass darin der Grund aller Kunsträtsel und Unerklärbarkeit liege.

Die Rezeption ist in der modernen Kunst (seit 1800) ebenso unmittelbar gegeben, wie die Produktion. Noch heute hält sich der einfältige Glaube, die rechte Wertschätzung eines Kunstwerkes bedürfte keiner Erklärung, vor allem keiner Worte, sondern einer ebenso natürlichen Einstellung, wie sie der Leistung des Künstlers zugrunde gelegt wird. Somit ein nahezu telepathisches Vermögen, das sich in sprachloser Harmonie vollzieht. (Die entsprechende Kritik dazu findet sich prominent bei Bourdieu.)

Eine geradezu inflationäre Zunahme von Besucherschulen und Museumspädagogiken ist gegenüber dieser Einstellung nur scheinbar paradox, belegt ihre Existenz nur ein Defizit auf Seiten des Rezipienten, – und implizit und verhaltener – auf Seiten der Künstler (von dem Borgeest spricht), das es vorsorglich fürsorglich zu behandeln gilt.

Der Zustand der modernen Kunst ist – in der Symmetrie von Produzent und Rezipient – durch entsprechend geschultes Personal insgesamt curationsbedürftig.

Was tun?

Wer sich damit nicht abfinden möchte, muss Randbereiche der Kunst aufsuchen, die die starre Opposition rezeptiver und produktiver Haltungen durch kommunikative Prozesse auflösen möchten.

Beispielhaft dafür steht die Konversationskunst (Alsleben/Eske), wie auch die Untersuchungen zu postautonomen Strategien von Michael Lingner. Letzterer schrieb schon 1991:

Kunst lebt heute nicht mehr in den Werken, sondern durch die Kommunikation über die Produktionen, die Werke genannt werden. Die künstlerische Qualität ist dann abhängig von der Qualität der Kommunikationen.

Folgerichtig obliegt die Herstellung dieser Qualität zu gleichen Teilen allen im Kunstprozess beteiligten Parteien.

  

17 Gedanken zu „Warum fragen wir die Künstler nicht einfach?

  1. Sabine

    Hallo Stefan und alle Mitlesenden,

    ein für mich sehr guter Beitrag; mich treiben solcherlei Fragen ja auch um.

    Ich erlaube mir, als Gesprächseinstieg ganz platt und ganz kurz zu antworten:

    es wird – wie so viel Fragwürdiges auf dem Gebiet – an der künstlichen Überhöhung liegen. Wo viel Respekt, da wenig Kommunikation auf Augenhöhe.

    Kann es so einfach sein…?

    Viele Grüße,
    Sabine

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    1. Stefan B. Adorno Artikelautor

      Hallo Sabine,

      ja, warum nicht das Wort „Respekt“ verwenden, dessen Gegenteil die „Respektlosigkeit“ ist. Wenn wir zuviel Respekt vor der Leistung des Künstlers haben, vergessen wir nachzufragen.

      Ich zitiere mal hier noch einen Abschnitt aus Claus Borgeest:

      „Goethe sagt, das echte Kunstwerk bleibe für unseren Verstand immer unendlich; es werde angeschaut, empfunden, es wirke; es könne aber nicht eigentlich erkannt, viel weniger sein Wesen mit Worten ausgesprochen werden. […]

      Diese weit verbreitete Neigung, sich mit der Unerklärbarkeit des Kunstwerkes und seines Wertes abzufinden, so als handele es sich um geheimnisvolle Naturgewalten außerhalb jeder rationalen Zugänglichkeit, muß den Verdacht auf sich lenken, daß dem Urteilenden an dieser Erklärung und Erklärbarkeit gar nicht gelegen ist.“

      Eine Seite weiter:

      „So wird eine Haltung erzeugt, die man Angst, Hemmung, Prüderie nennen könnte, eine Scheu, den guten Ton (also ein Tabu) zu verletzen.“

      Der „gute Ton“, den das Kunstwerk anscheinend verlangt, den könnte man tatsächlich Respekt nennen. Ja.

      Lg
      Stefan

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  2. Sabine

    Hallo Stefan,

    vielleicht hätte ich lieber „Ehrfurcht“ oder einen ähnlichen Begriff wählen sollen, denn ich meinte einen „falschen“, einen lähmenden Respekt, und ungesunde Effekte muss „Respekt“ nie haben!

    Für mich kann eine künstlerische Arbeit durchaus diese schlecht erklärbare Weite (oder Tiefe) haben, –und ich bin immer für Vorsicht im über-Dinge-Reden, die aus anderen entstanden sind -, ohne dass ich einem falschen Respekt erliegen muss.

    Bei meinem Blog-Thema „Perfektionismus“ hast Du das Graduelle angesprochen, das ja im Grunde allem innewohnt… kann es nicht hier genau so sein? Manche Künstler können manchmal nicht gut über eine eigene Arbeit sprechen, und manche Rezipienten können manchmal eine Wirkung nicht in Worte fassen… der (freundliche!) Versuch, im Gespräch zu bleiben, obwohl es manchmal hakt und holpert, ist ein guter Anfang, denke ich. Und eben fragen, nicht urteilen.

    Dabei finde ich schon auch, dass Rezipienten es mitunter sehr schwer haben. Nicht jeder Künstler, der von der Pike auf aus dem System stammt, hält aus, dass er bei den Fragen die ganze Bandbreite kriegt: Schüler, mehr oder weniger alt, reif oder „hell“, die ganze Bandbreite der klassischen arbeitenden Bevölkerung in ihrer unterschiedlichen Schul- und Herzensbildung und Inlelligenz, die Akademiker, ebenfalls in ihrer unterschiedlichen Profession, Herzensbildung und Intelligenz, die Kranken mit anderen Sorgen, die Arbeitsuchenden mit wieder anderen Sorgen, die alten Menschen…

    ich glaube – und spreche auch aus eigener Erfahrung -, dass die Begegnungen da schon so ablaufen können, dass man nie wieder fragt, wenn man zart besaitet ist. Die künstliche Überhöhung der Arbeiten und/oder Künstler, die das System oft durch sein Geschwurbel und Geschwafel schafft, errichtet dadurch zusätzliche Grenzen.

    Die Frage ist also: dürfen alle wirklich alles fragen? 😉

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    1. Stefan B. Adorno Artikelautor

      Dabei finde ich schon auch, dass Rezipienten es mitunter sehr schwer haben.

      Da muss ich mal Stop sagen.

      Ich habe diesen Text von Borgeest zitiert, weil ich auf ein grundsätzliches Problem in der Konfiguration der Kunst aufmerksam machen wollte, das ich für nicht reparabel halte.

      Ich denke, die Struktur der Kommunikation sollte sich nach Alsleben/Eske/Luhmann/Lingner umdrehen:

      Aus Kommunikation kann sich möglicherweise Kunst ergeben, und nicht, aus Kunst kann sich möglicherweise Kommunikation ergeben.

      Lg
      Stefan

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  3. Sabine

    … eben diese Borgeest-Zitate haben mich auf diesen Dampfer gesetzt, denn er spricht doch, indem er seinerseits Goethe zitiert, über (ich nehme an abgeschlossene) Kunstwerke, über die gesprochen wird oder nicht – oder nicht?

    Ich weiß, dass Du an als „abgeschlossen“ geltende Arbeiten als Kunst nicht glaubst, anders als ich, die an tatsächlich jede Art von Kunst glaubt, weil in meinem Denken nicht das Objekt die Kunst IST, sondern eine jegliche Kreation in der Begegnung/Rezeption Kunst sein KANN.

    Die Aussagen in Deinem Fettdruck am Ende können für mich beide wahr sein.

    Was genau ist irreparabel?

    LG,
    Sabine

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    1. Stefan B. Adorno Artikelautor

      Irreparabel halte ich dieses Ping-Pong-Spiel zwischen Künstler, der sich nicht verständlich machen kann/will und Rezipient, der nicht verstehen kann/will. Also letztlich Ausstellungskunst.

      Das ist nur noch eine Angelegenheit für Kuratoren und Sammler, die daraus den jeweils eigenen Distinktionsgewinn abzweigen wollen.

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      1. Sabine

        Hallo Stefan,

        ich sehe das Ping-Pong-Spiel wie Du, und vermutlich hast Du Recht, dass die Entwicklung nicht rückgängig zu machen ist. Aber das ist doch nicht die „Schuld“ irgendeiner Kunstform! Glaubst Du nicht, dass auch z. B. Fluxus-Art, irgendwelche Mitmach-Events, wenn sie nicht „off“ stattfinden, auf genau dieselbe Ping-Pong-Art und Weise vermarktet würden oder besser werden? Wo geht es denn noch um die Sache? Wo machen Fragen zur Sache überhaupt noch Sinn?

        Mir ist etwas aus der Zwischenablage verschwunden; das möchte ich gleich noch posten…

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  4. Sabine

    Die Frage ist für mich, inwiefern Deutungshoheit auf der einen Seite eingefordert und auf der anderen Seite akzeptiert wird zwischen Parteien, die sich aufgrund auf der einen Seite anstudierter Vorbildung (innerhalb eines menschengemachten Systems, basierend auf verhandelten Machtvereinbarungen), und auf der anderen Seite des Bauchgefühls und gesunden Menschenverstands nicht ernst nehmen.Inwiefern ist da ein echter Dialog mit wirklich angehörter Rede und ernst gemeinter Gegenrede überhaupt möglich?

    Wenn Du „Kunst“ nicht als Dialogmöglichkeit zwischen die Menschen, ins „echte Leben“ holst, steht niemand aus diesem echten Leben für sie auf, und ich glaube – vielleicht konträr zu Dir – dass sie als „Offizielles“ anders nicht zu retten ist. Als Inoffizielles, als Off-Kunst, muss sie nicht gerettet werden; zumindest steht es da nicht so schlimm um sie.

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  5. Sabine

    Dürfen alle alles fragen? MEINST Du überhaupt konkrete Fragen? Meinst Du „Schweigen“ konkret oder als Synonym für etwas… wie Bedeutungslosigkeit? Kannst Du konkretisieren, was Du Dir wünschst, für Dich, oder am Beispiel Deiner Arbeit?
    Wo liegt für Dich die bessere Möglichkeit, sich als Künstler, der nicht klassisch ausstellt, verständlich zu machen?

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    1. Stefan B. Adorno Artikelautor

      Dürfen alle alles fragen?

      Natürlich dürfen alle alles fragen. Nur sollten sie sich bewußt sein, dass sie damit eine Position einnehmen, die ihnen vorab ideologisch zugewiesen wurde.

      Wie ich es mit anders vorstelle, hab ich ja unter Was tun? schon angerissen.

      Erst Kommunikation, dann (möglicherweise) Kunst. Nicht umgekehrt.

      PS

      Heute erreichte mich noch ein schöner Beitrg von Pascal, der das Thema der Kunsterklärung auch schon behandelt hat: http://www.d498.de/oca/0709artmediation.shtml

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  6. Sabine

    Was bedeutet die Einschränkung „nur“ bei „nur sollte er sich bewusst sein“? Die Positionen sind/scheinen ja klar: auf der einen Seite der Künstler, auf der anderen der Rezipient.

    Ich bin ganz bei Dir und Michael Lingner, wenn Du zitierst: „Kunst lebt heute nicht mehr in den Werken, sondern durch die Kommunikation über die Produktionen, die Werke genannt werden.“ Das ist meiner Ansicht, dass nicht die Arbeiten an sich die Kunst sind, sondern sich Kunst in der Rezeption ereignet, doch sehr nah, wenn ich Euch da richtig verstehe. Nur geht Ihr womöglich noch weiter (oder gehe ich weiter als Ihr…?) und sagt – bitte einhaken, wenn ich es nicht treffe –, dass dann auf jeden Fall auch gesprochen werden muss, ja? Da bin ich ja der Ansicht, dass es in der Rezeption durchaus nicht verbale Kommunikation geben kann und ganz oft auch gibt.

    Weiter zitierst Du: „Die künstlerische Qualität ist dann abhängig von der Qualität der Kommunikationen.“ Sehe ich wiederum genau so, nur: womöglich definiere ich Kommunikation da anders als ihr; ich war mir im letzten Absatz nicht sicher; jetzt tendiere ich dazu, dass ich in meiner Argumentation den Begriff weiter fasse. Wenn nicht gesprochen wird, muss die Qualität der künstlerischen Begegnung meines Erachtens nicht = schlechter sein.

    „Folgerichtig obliegt die Herstellung dieser Qualität zu gleichen Teilen allen im Kunstprozess beteiligten Parteien.“ Da bleibt mir nur ein ‚Bravo!‘ Ja, ich würde es genau so ausdrücken.

    Aber jetzt mal konkret: Du lagst in einem Raum auf einer Pritsche und machtest das, was Du sonst im Radio machst. Deine ‚Seminar‘-Erzählung dazu habe ich gehört, aber wie war Deine Erfahrung damit, jetzt auf unsere Diskussion bezogen? Hattest Du den Eindruck, Du konntest Dich verständlich machen? Wie kam der (Eindruck) Deines Erachtens zustande? Gab es danach Gespräche? Inwiefern wurden Deine Erwartungen an die Aktion erfüllt? Ich verstehe Dich jetzt so, dass das keine künstlerische Aktion war, über die danachgesprochen wurde oder werden konnte, sondern dass das Vorgeben des Themas/der Themen durch Dein Publikum und Deine Umsetzung gleichzeitig und gleichermaßen künstlerische Aktion und Rezeption war. Kannst Du Dir vorstellen, dass es trotzdem noch einen Gesprächsbedarf „danach“ gibt? Hast Du Erfahrung mit solchen Gesprächen? Wie misst Du die Qualität, wie stellst Du fest, dass Du jemanden „erreichen“ konntest?

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    1. Stefan B. Adorno Artikelautor

      Ja, die Sprechstunde bei 2025ev, – das ist vom Format her ein Zwitter.

      Einerseits hat sie eine klassische Form, – hier der Sprecher/Autor, da der Hörer/Rezipient.

      Andererseits verstehe ich sie als Beispiel für ein eigenständiges, selbst verantwortetes Sprechen als Künstler, das nicht den Fragen des Rezipienten nachgeordnet ist, und daher für mich und hoffentlich für andere, Vorbereitung auf eine Konversationskunst.

      Es kann durchaus im Anschluß an diese Sprechstunde zu einem Gespräch mit den Zuhörern kommen. Ich würde das als gelungen (also qualitätsvoll) halten, wenn weniger der Inhalt (von Verständnisfragen mal abgesehen), als die zugrundeliegende Absicht zur Sprache käme. Insofern ich beispielhaft wirken möchte, wäre ich erfreut darüber, wenn der Zuhörer sich ermutigt fühlte, ähnliches zu versuchen. Wenigstens im Sinne, für sein eigenes Sprechen vor möglichen Nachfragen Verantwortung zu übernehmen.

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  7. Sabine

    Hallo Stefan,

    das kann ich nachvollziehen, obwohl es mir schwerfiele (~fällt!), vom Inhalt so abzusehen, wie Du es Dir wünscht… aber die Bewusstheit zu trainieren und Verantwortung für sein Sprechen zu übernehmen: das vollziehe ich sehr, sehr nach, und auch, das an eine Öffentlichkeit zu bringen.

    Ich könnte aber niemals behaupten, dass sich die Form Deiner Kunst (oder irgendeine andere irgendeines anderen) AN SICH einem Beobachter und/oder Hörer eher erschließt als z. B. die Bilder einer Ausstellung nebenan; ich würde immer behaupten, dass das eben DURCH die Verantwortung des Rezipienten immer darauf ankommt – auf ihn ankommt.

    Denn während Du sprichst, aber Dich ja nicht unterhältst, bietest Du dem Beobachter und/oder Zuhörer ja auch etwas in dem Fall Abgeschlossenes an und bist – bis auf positive Schwingungen, die Du während der Aktion ja durchaus wahrnehmen kannst – ja in jedem Fall auf Dialog danach angewiesen. Du sagst es so: „Ich würde das als gelungen (also qualitätsvoll) halten, wenn […] die zugrundeliegende Absicht zur Sprache käme. “ Also erklärende Worte zur Aktion sind zumindest hilfreich – wie bei so mancher anderen Kunstform auch.

    Und inwiefern „Deine“ Rezipienten sich für ihr eigenes Denken oder Handeln – für ihre eigene Bewusstheit – inspiriert fühlen, vielleicht sogar wirklich „Ähnliches versuchen“ – das liegt doch für Dich im Grunde auch vollkommen im Dunkeln, wenn es nicht Bekannte oder gar Freunde sind…

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  8. Brent Debecker

    Alles wie „immer“, nur „kunstarme“ Scheingefechte, ..
    Denn so weit diese „Kunst“ es nicht „mehr“ schafft, Lebensverhältnisse zu erkennen, zu verbessern, zu optimieren und ihrem Auftrag dahin-gehzend, gerecht zu werden und nicht nur hohle Gefälligkeits- und Insider Aktivitäten, wie Raum Deko für Eliten zu schaffen, ist das alles nur Hohlheit hoch 14,
    Aber sie sind ja so nett, „diese Künstler< und machen sich so putzige Gedanken, oder?

    Hier ein Beitrag von mir zum Thema kunst im (aktuellen) gesellschafdtliuchen Kontetxt/ der allgemien bis zwingend durchgesetzten Verwertung von allem, …!

    http://cielo-sin-lacrimas.blogspot.de/2016/01/kunst-und-kunstakteure-im.html

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