Wider die Kunstspießer

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Auf zur Kunst…

Es geht doch bisweilen nichts über eine beherzte Polemik. So schimpft der Berliner Philosoph Armen Avanessian über die Kunst:

Sie ist vollkommen orientierungslos und wird durch ständig leerlaufende Innovationen bestimmt. In der zeitgenössischen Kunst werden alle Übel der Welt thematisiert, aber der eigene Beitrag zu dieser Ökonomie wird einfach systematisch ausgeblendet.

[…] Sie ist ein perfektes Spekulationsinstrument. Die Intellektuellen schreiben am liebsten Katalogtexte, die zeigen, wie kritisch dieser oder jener meist befreundete Künstler ist, um einen Mehrwert zu generieren. Und dann landen sie auf der Art Basel, wo sie eigentlich alle schon immer hinwollten. Das ist doch verlogen.

[…] Sie schimpfen über Gentrifizierung, haben vorher aber andere Leute weggentrifiziert. Nach der Moderne, nach der Avantgarde […] steht jetzt ein selbstreflexives Herumgejammere über die böse Welt da draußen im Vordergrund. Anstatt die gesellschaftlichen Umstände zu manipulieren, erschöpft sich die zeitgenössische Kunst in Selbstmitleid.

Quelle: http://www.taz.de/!5234057/

Der Text sei besonders dem Gängeviertel und ähnlichen Gruppierungen empfohlen, die sich so kritisch und subversiv finden, während sie nicht anderes als ein weiteres Reservat (- wie die Fleetinsel -) geschaffen haben, das den Kulturtourismus bedient und dem Kreativitätsdogma huldigt.

(Muss selbst jetzt schimpfen… und dabei noch kritisch anmerken, dass es „die Kunst“ natürlich nicht gibt. Die Polemik erlaubt gelegentlich die Verallgemeinerung.)

  

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