Die Zwischenphase – Hallo Hallo Festspiele

Schild auf dem Hallo Festspiel Gelände -- machen-1210676-co-03-09-15

Wir machen gerade…

Das Wort ‚Hallo‘ verursacht mir einen gewissen Juckreiz, der aus seiner unerbetenen Vertraulichkeit resultiert, wie sie auch dem penetranten Du bei Ikea innewohnt.

Trotzdem klang die Selbstbeschreibung auf der Webseite der „Hallo-Festspiele“ auf dem Areal des alten Kraftwerks Bille soweit ansprechend, dass ich den Besuch in Erwägung zog.

Hallo hat seinen Hintergrund. Sein Anspruch ist es, Räume durch interdisziplinäre Strategien zu öffnen, langfristig Spuren an wechselnden Orten zu hinterlassen, wiederzukommen und immer offen für Kritik und Spielarten von Mit-/Gestaltung zu bleiben. Hallo wird in der gesamten Zeit – auch am physischen Festspiel-Raum – gemeinschaftlich entwickelt. Alle gestalten mit, soviel sie wollen.

Wichtig ist den Macher_innen, an den Orten selbst die (Um)-Deutung und Veredelung von Materialien des Raumes zu entwickeln, deren performative Erweiterung und kritische Vermittlung. Hallo wird in verschiedenen Stufen entwickelt, alle davon sind öffentlich.

[…] Von Montag, 31. August bis Donnerstag, 3. September, wird gemeinsam ein Instrumentarium aus Material- und Handlungsmöglichkeiten entwickelt und damit einer sich selbst schreibenden Raumentwicklung Platz gegeben.

Jede Menge Buzzwords. Aber immerhin keine Ausstellung.

So bin ich dann mit dem Rad nach Hammerbrook gefahren, um mir vor Ort, dem südlichen Teil des Kraftwerkgeländes, einen Eindruck zu verschaffen.

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Hütte aufbauen machen

Auf dem Areal waren eine Menge Menschen beschäftigt, herum zu werkeln, Bühnen oder Unterstände aufzubauen oder einfach nur irgendwas durch die Gegend zu schleppen. Kein Empfang, keine Rezeption oder einführende Information. Ich musste mich durchfragen.

Keine Beteiligung gewollt

So erfuhr ich dann von einer Mitarbeiterin, das Projekt befände sich momentan in einer „Zwischenphase“ und könnte gerade keine Beteiligung gebrauchen. Morgen, am Freitag, ginge das dann mit dem Festival „richtig“ los.

Hm, das fand ich dann gemessen an der Ankündigung enttäuschend. Auf der Webseite las ich doch von „gemeinschaftlicher Entwicklung“.

Die beiden folgenden Tage schienen mir nach dem „Spielplan“ vorwiegend Bands und DJs in den Vordergrund zu stellen und damit ein eher passives Publikum zu erwarten, dem man vielleicht noch im Beiprogramm Beteiligung, – „Raumweiterentwicklung“, was immer das sein mag… -, zugestehen wollte.

Jedenfalls war ich nicht mehr geneigt, es auf einen weiteren Versuch ankommen zu lassen. Den prächtigen Sonnenschein nutzend radelte ich durchs Hammerbrooker Hafengebiet und zurück durch die Innenstadt nach Haus.

Anmerkung: Von den auf der Webseite der Hallo Festspiele genannten Beteiligten war mir niemand bekannt. Die, die auf dem Kraftwerksgelände herumliefen, schienen mir so im Altersdurchschnitt Ende 20.

  

2 Gedanken zu „Die Zwischenphase – Hallo Hallo Festspiele

  1. Stefan B. Adorno Beitragsautor

    Hi Dirk,

    es war doch nicht so, dass ich was von denen wollte, sondern – zu mindestens nach der Webseite – die von mir, nämlich Beteiligung.

    Da sollte man doch erwarten, dass sie sich im Vorfeld Gedanken machen, was passieren sollte, wenn jemand auf dem Gelände auftaucht und sich beteiligen will.

    vg
    Stefan

    Antworten

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