Schleusenkino

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Schleusenhaus

Die Tage erreichte mich eine Einladung einer Freundin zu einem privaten Filmabend in einem Schleusenhaus im Hafen. Der Ort erweckte sogleich mein Interesse, denn Kunst in kleinen Objekten in industriellen Gegenden hat mich ja lange Zeit beschäftigt.

Meine Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht. Die Radstrecke durchs Hafengebiet endete an einem Grünstreifen, der den Kanal umschloss, den die Schleuse teilte. Sie war offenbar nicht mehr in Betrieb. Im Brückenkopf gings einige Stufen hinab in den eigentlichen Filmraum. Früher wurden dort vielleicht Werkzeuge gelagert.

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Kinoraum

Es kamen mehrere Filme zur Aufführung, die alle von den Veränderungen im Hafen berichteten. Veränderungen, die für die vorgestellten Orte in allen Fällen im Abriß endeten.

Von der schon fast vergessenen Neuhof Siedlung an der Köhlbrandbrücke, von der Räumung einer Kaianlage, die einem Kreuzfahrtterminal weichen musste, sowie einem alten Fernmeldeamt, das einfach im Wege stand. Grund und Boden. Thematisch naheliegend auch der eindrucksvolle englische Dokumentarfilm Blight über den Abriß einer alten Arbeitersiedlung. (Das Wort „Blight“ Fäulnis, Verderben war mir bislang unbekannt.)

Die unmittelbare räumliche Nähe zu den Werken der Zerstörung gab dem Schleusenraum und seinem Filmprogramm eine besondere Brisanz. Ich wähnte mich so „mitten im Geschehen“. Wie hier Kunst, Ort und Botschaft zusammenfielen, schien mir beispielhaft gelungen. Das kommt in Hamburg nicht allzu oft vor.

Leider müssen die Koordinaten dieses Projektes geheim blieben. Ich freu mich aber schon auf ein nächstes Mal.

  

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