10 Sekunden Wilhelmsburg

Beisammensein im Atelierhof 22

Beisammensein im Atelierhof 22

Den herannahenden Regenwolken zum Trotz hatte ich mich sponan entschlossen mit dem Rad zu den 4.Elbinsel Kunst- und Ateliertagen nach Wilhelmsburg zu fahren. Meine Erwartungen waren nicht sonderlich groß. Wenigstens ein Stück körperliche Ertüchtigung würde bei der Tour durch den Hafen herauskommen.

Schon im Hafengebiet hätte ich unentwegt fotografieren können. Auch dort werden zwischen Speichern und Containern riesige Brachflächen geschaffen.

Kurz hinter der Ernst-August Schleuse stieß ich auf das erste Atelierhaus, Witternstraße. Kaffee und ein sehr schmackhaftes Muffin („Poldi“) brachten Stärkung, wobei ich die im Gebäude befindliche Illustratorenschaft sofort ignorierte.

Überhaupt ergab ein Blick in das Faltblatt, dass wirklich spannende Projekte rar gesät sein würden. Eigentlich immer nur Malerei, Ölmalerei, Skulptur, Bildhauerei, Objekte, Illustration, Aquarelle und Acrylbilder, ja, und auch Fotografie.

Atempause

Tempus fugit

Tempus fugit

„Cyanotypie vs. Elektronik“ klangen dagegen schon von den Begriffen her vielversprechend und anziehend. Im Atelierhof 22 (Veringstr. 22) traf ich Elena Galitsch, die mir das Objekt „Time Machine“ vorführte. Eine überschnell drehende Uhr, die ich durch Einwurf eines Geldstücks für einen Moment anhalten konnte. Ich warf 10 Cent in den Schlitz und hielt die (Welt)Zeit für 10 Sekunden an. Welch eine Erleichterung!

Time Maschine. Quittung über 10 Sekunden angehaltene Zeit

Quittung über 10 Sekunden angehaltene Zeit

Im Anschluß spuckte die Maschine brav eine Quittung über meine Intervention aus. (Fürs Finanzamt). Elena ist neu in Hamburg, will sich aber nicht weiter in die Kunstszene einbringen, sondern lieber Webdesign betreiben. Vorbildlich.

Insulär

Weiterhin liess ich mich gehen, denn alle Orte würde ich eh nicht erreichen können. In den Veringhöfen entdeckte ich das Inselpensionat, ausnahmsweise mal keine Kunst, einfach ein schickes Hostel. Nach Jan Holtmann gehört das jetzt zum Betrieb dazu. Kleine Kaffeepause und Plausch mit den Betreibern.

Schließlich am Veringkanal entlang zu den Zinnwerken. Unvermeidlich dort, der Kunst-Imbiss. Und dann noch ein wirklich spannendes Unternehmen, das ich im folgenden Blogbeitrag vorstellen werde: das Listening Project.

Bleibt dran.

  

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