So ein Theater

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Schauspieler, trotz massiver Kulturförderung schlecht bezahlt. (Foto CC by Merlin's Myth and Magic)

Wer angesichts des drohenden Freihandelsabkommens TTIP um die deutsche Kultur fürchtet, sollte sich klar machen, dass von TTIP zuerst Verträge und Gesetze betroffen sein werden. Also Kulturpolitik.

Kulturpolitik kommt idealerweise den Künstlerinnen und Künstlern zugute. In der Wirklichkeit sieht das leider ganz anders aus, wie ein etwas älterer Artikel aus dem STERN beweist.

Wo das ganze Geld hingeht

Die großen Bühnen verbrauchen den Löwenanteil städtischer Kulturetats (in Frankfurt 45%). Doch bei den Schauspielern und Sängern, die vorne auf der Bühne das Programm machen, kommt davon sehr wenig an. Ein Dickicht aus Regelungen und Tarifverträgen lenkt das Geld zu den Bühnenarbeitern, Handwerkern und Verwaltungsangestellten. Die sind praktisch unkündbar.

Wie können Theater sparen? 85 Prozent aller Kosten sind Personalkosten. Dort also muss der Rotstift angesetzt werden. Doch die teuren Orchestermusiker sind unantastbar. Ebenso die „nicht künstlerisch Beschäftigten“. Es bleiben nur die Schauspieler, Tänzer und Sänger. Wegen der Zeitverträge. Ein Theater kann also nicht bei den Nebensachen sparen, sondern nur beim Wesentlichen, bei denen, für deren Leistung die Subventionen überhaupt gezahlt werden: bei den Künstlern. Und genau das geschieht. In den vergangenen fünf Jahren sind an deutschen Bühnen rund 6000 Solistenstellen gestrichen worden.

Da frage ich mich schon, welche Kultur gegen TTIP verteidigt werden muss.

Lest und verbreitet diesen Artikel:

http://www.stern.de/kultur/film/deutsche-buehnen-absurdes-theater-565600.html

  

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