Kunst als Unwort?

Kunst als Unwort

Einige vorläufige Notizen zu Pierangelo Maset’s Wörterbuch des technokratischen Unmenschen. Anlässlich einer Lesung in der neuen Reihe Kunstfragen im Reh (schöner Raum, übrigens).

Zuerst, der Titel kommt gewaltig daher und neigt dazu die Interpretation etlicher Begriffe zu verzerren. Wurde schon an anderer Stelle bemerkt. Homo Oeconomicus wäre bescheidener gewesen.

An der meisten Wörtern ist von der Intention des Autors her nichts auszusetzen. Audit, Consulting, Exzellenz, Nachhaltigkeit, Optimierung, Humankapital, Kreativität/Kreativwirtschaft sind allesamt befragenswert.

Aber Kunst?

Ja, Maset zählt auch Kunst zu den Unwörtern.

Auf meine Nachfrage hin entwickelte er die komplexe Begriffsgeschichte im Spannungsfeld von Ars, Techné, Creatio und Poiesis bis hin zur Vereinnahmung in ökomomische Strategien des Neoliberalismus.

Zweifellos ist Kunst ein schwieriger Begriff. Inhalt und Umfang sind nicht leicht auf einen Punkt zu bringen.

Als Unwort wäre Kunst aber nur dann qualifiziert, wenn sein Gebrauch in irgendeiner Weise tendenziös geworden wäre. In Zusammenhängen, die der Herabsetzung oder negativen Umcodierung bereits bestehender Verwendungsweisen dienten.

Das sehe ich soweit nicht. Und Maset konnte mir das auch nicht schlüssig darlegen.

Trotzdem wars ein spannender Abend.

  

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