Archiv für den Monat: November 2013

Antragsunwesen

Ich möchte Euch auf diesen sehr wichtigen Beitrag in der Berliner Gazette aufmerksam machen.

Darin wird in aller Prägnanz die Problematik des Antragswesens im Kulturbetrieb dargestellt:

Das Antragswesen dient dem Zweck, alles Experimentelle, alles Prozesshafte, alles Undisziplinierte von vornherein zu bekämpfen, zu beherrschen, zu kontrollieren. Man macht nicht der Kunst einen Antrag, sondern dem Betrieb. Irgendwann erkennt man den Unterschied zwischen den beiden Anträgen auch nicht mehr (an). Man verwechselt den Betrieb mit der Kunst und kann nicht mehr unterscheiden zwischen dem, was man machen will und dem, was man verkaufen muss, zwischen den Sprachen, die man suchen möchte und der, die man beherrschen und befolgen muss, um etwas und sich durchzubringen. Das Antragswesen wirkt nicht nur in den abgelehnten Anträgen, sondern schon in den zu schreibenden und auch in vielen der durchgebrachten als ein monströser Erstickungsapparat.

Freie Szene Berlin: Eine Gemeinschaft ohne Wir