Konversationskunst – zweifeln

Konversationsrunde zum Thema Zweifel am 26.10. 2013 im Kunsthaus Hamburg

Gemeinsam zweifeln

Bei unserer letzten Runde im Kunsthaus waren wir wieder erfreulicherweise eine große Gruppe. Leider ist mir meine Mitschrift abhanden gekommen, weswegen ich hier improvisiere.

Die Runde begann mit kurzen Statements der einzelnen TeilnehmerInnen zu ihren persönlichen Zweifeln.

Wir stellten fest: es gibt den Gegenstand des Zweifels (woran ich zweifele), den Weg hin zum Zweifel (was den Zweifel in mir auslöst) und das Ergebnis des Zweifels (die Auflösung des Zweifels oder seinen Fortbestand).

Von der Natur des Zweifels: der Zweifel ist das Ergebnis unsicheren Schliessens. Wenn ich mir klar bin, dass von zwei Wegen einer mich sicher zum Ziel bringt, brauche ich nicht zu zweifeln. Der Zweifel tritt dann auf, wenn ich mir über die Konsequenzen einer Entscheidung nicht klar bin. Wenn Unsicherheit über zu erwartenden Folgen einer Handlung eintritt.

Der Zweifel bringt Aufschub und Verzögerung mit sich. Während ich zweifele vergeht Zeit. Die mit dem Zweifel einhergehende Ungewissheit kann qualvoll sein.

Ist der Zweifel immer von passiver Natur? Zweifel überkommt mich. Oder ist der Zweifel auch aktiv? Stichwort: methodischer Zweifel (bei Descartes).

Können wir auch gemeinsam zweifeln? Oder ist der Zweifel nur als individuelle Erfahrung möglich? Was meint individuell?

Ist ein lustvoller Zweifel möglich? (Heidi)

Wie ist der Begriff des Zweifels als Thema in die Konversationskunst gekommen? Weiteres zu Stefans anfangs geäußertem Zweifel an Sinn und Zweck der Konversationsrunden, wie sie im Kunsthaus abliefen. Ist die Fixierung auf Begriffe („interesselos“, „ansinnen“, „zweifeln“) der Konversationskunst dienlich?

Zum Abschluss Überlegungen, die Konversationsrunden an einem anderen Ort fortzusetzen.

Wenn Du Interesse hast, in Zukunft an einer Konversation teilzunehmen, dann melde Dich über das Kontaktformular dieser Seite.

  

Ein Gedanke zu „Konversationskunst – zweifeln

  1. Stefan B. Adorno Beitragsautor

    Anmerkungen zum Zweifel im ästhetischen Urteil

    Heidi sprach eingangs vom besonderen Ort des Zweifels im ästhetischen Urteil.

    Mir wollte das zuerst nicht einleuchten, vermutete ich doch den Zweifel eher im Sachurteil.

    Die Tage dachte ich wieder darüber nach, warum so es so schwer ist, eindeutig festzulegen, was Kunst ist und was nicht.

    Wenn das Bedürfnis nach Klärung so groß ist, wie es manchmal erscheint, – warum unternimmt man nicht größere Anstrengungen eine abschliessende Definition zu erlangen?

    Offensichtlich herrscht Feld der Kunst weniger Unfähigkeit, als Unwille und Unlust vor. Damit diese Unlust perpetuiert werden kann, muss ihr eine verborgene Lust zugrunde liegen.

    Der ständige Zweifel daran, ob etwas Kunst ist oder nicht, muss also als lustvoll erlebt werden, um fortbestehen zu können.

    Macht das Sinn?

    Antworten

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